Denkmalgerechte Sanierung der Turnhalle an der Georg-Büchner-Schule Darmstadt
Hessischer Denkmalschutzpreis 2025
Die 1960 nach Plänen des Architekten Hans Schwippert errichtete Georg-Büchner-Schule gehört zu den fünf Darmstädter Meisterbauten und zählt zu den bedeutenden Zeugnissen der Nachkriegsmoderne in der Stadt. Die denkmalgeschützte Turnhalle ist ein wesentlicher Bestandteil des Schulensembles und zeichnet sich durch ihre klare architektonische Gliederung, die prägnanten Klinkerfassaden und die großzügige, lichtdurchflutete Hallenarchitektur aus. Im Mittelpunkt der umfassenden Sanierung stand der behutsame Umgang mit der nahezu vollständig erhaltenen Bausubstanz. Ziel war es, die ursprüngliche architektonische Qualität wieder sichtbar zu machen und das Gebäude zugleich an die heutigen Anforderungen des Schul- und Vereinssports sowie der schulischen und kulturellen Nutzung anzupassen. Grundlage hierfür bildete eine detaillierte denkmalpflegerische Bestandsaufnahme, in der Materialien, Oberflächen, Farben und konstruktive Details untersucht und gemeinsam mit der Denkmalpflege bewertet wurden. Die charakteristische Raumwirkung der Halle mit ihren rotbraunen Klinkerwänden, sichtbaren Stahlbetonbauteilen, der durchgehenden Fensterfront und der gegenüberliegenden Zuschauerempore blieb erhalten. Die bauzeitliche Holzdecke wurde unter Berücksichtigung heutiger raumakustischer Anforderungen erneuert. Historische Türen, Geländer, Bodenbeläge und zahlreiche Ausstattungselemente wurden sorgfältig aufgearbeitet oder nach ursprünglichem Vorbild wiederhergestellt. Auch die ursprüngliche Farbigkeit wurde auf Grundlage der restauratorischen Untersuchungen wieder aufgegriffen. Besonderes Augenmerk galt den zahlreichen Details, die den architektonischen Charakter des Gebäudes bestimmen. Die historischen Klinker- und Terrazzoböden, die Treppengeländer, die Einbauten und selbst einzelne Sanitärobjekte wurden als wertvolle Bestandteile des Gesamtkonzepts verstanden. Notwendige Ergänzungen erfolgten mit dem Anspruch, sich möglichst selbstverständlich in die vorhandene Architektur einzufügen, ohne deren gestalterische Eigenständigkeit zu beeinträchtigen. Parallel zur denkmalgerechten Instandsetzung wurde das Gebäude technisch und energetisch ertüchtigt. Die Erneuerung der Dachkonstruktion einschließlich Wärmedämmung und Photovoltaikanlage, die Integration zeitgemäßer Lüftungs- und Sicherheitstechnik sowie die Neuorganisation einzelner Nebenräume ermöglichen eine langfristige Nutzung. Ein zusätzliches außenliegendes Fluchttreppenhaus ergänzt die vorhandene Erschließung und erfüllt die heutigen brandschutztechnischen Anforderungen. Die Sanierung der Turnhalle zeigt, dass Denkmalschutz und zeitgemäße Nutzung keine Gegensätze sein müssen. Durch die sorgfältige Auseinandersetzung mit dem Bestand wurde die ursprüngliche architektonische Haltung von Hans Schwippert bewahrt und zugleich eine nachhaltige Perspektive für die weitere Nutzung geschaffen. Das Projekt wurde 2025 mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet.










































