Sporthalle Crumstadt

Fertigstellung: 2011
Bauherr: Landkreis Groß-Gerau
Arbeitsfelder in diesem Projekt:
Gebäudeplanung, Bauleitung

Auf dem Grundstück Am Roseneck in Crumstadt sollte neben einer vorhandenen Sporthalle der Neubau einer Grundschule für 8 Klassen mit Ganztagesbereich im Passivhausstandard realisiert werden.

Der neue Baukörper orientiert sich zu einer ruhigen Wohnstraße und liegt auf dem Grundstück in einer Flucht mit der bestehenden sanierten Sporthalle.Vor -und insbesondere zwischen dem Neubau und der vorhandenen Sporthalle spannt sich eine Aufenthaltsfläche –und Pausenfläche auf. Eine Reihe von fünf alten, hochgewachsenen Bäumen wird erhalten und es entsteht insgesamt ein schönes Ensemble.

Ziel war es das Gebäude optisch in Form und Farbe zu reduzieren um das energetische Thema des Gebäudes ablesbar werden zu lassen. Es sollen bei den Kindern Fragen und somit eine Auseinandersetzung mit dem Gebäude erzielt werden.

Außen stellt sich das Gebäude als ein zweigeschossiger, ruhiger, geschlossener und kompakter Körper mit „anthrazitfarbener Schale“ aus Faserzement dar.
Der Eingangsbereich als knallgelb markierter Rücksprung bietet leichte Orientierung und weckt Neugierde auf das Gebäudeinnere.

Das Dach stellt sich mit sieben unterschiedlich stark geneigten Flächen als ein außergewöhnliches Walmdach dar. In der steilsten Fläche ist für die Belichtung des Gebäudeinneren eine Verglasung angeordnet. Auf das Dach wird man insbesondere durch seine ganzheitliche Begrünung aufmerksam. Diese folgt in allen Schrägen dem Dachverlauf bis zur äußersten Kante.

Nach einer niedrigen Eingangszone öffnet sich die großzügige Aula als Mittelpunkt und Erlebnisort der Schule. Die Gebäudehöhe wird durch die schräge Dachverglasung betont. Die Materialien und Farben begrenzen sich auf Beton: grau, Akustikwände: gelb, Fenster und Türen: Lärche natur und Profilierungen: anthrazit.

Eine breite und sich nach oben verjüngende Betontreppe führt auf eine Galerie mit Rundgang, die eine Übersichtlichkeit im Gebäude ermöglicht. Im Obergeschoss sind konzentrierte Räume wie Klassen mit Gruppenarbeitsräume und im Erdgeschoss aktive Räume wie Werken, Musik, Nachmittagsbetreuung, Essen und Verwaltung angeordnet.

In den Räumen sind akustische Deckensegel mittig abgehängt und das tatsächliche Raumvolumen ist spürbar. Eine Abgabe der Speicherfähigkeit der Massivbauweise ist gewährleistet. Zudem ist die gesamte technische Versorgung stellenweise sichtbar und nachvollziehbar.

Der Passivhausstandard wurde durch eine hochgedämmte thermische Hülle, ganzheitlichen Sonnenschutz, begrenzten Infiltrationswärmeverlust, zwei hocheffiziente Lüftungsanlagen mit energetischen Lüftern, kontrollierte Lüftung über CO2 Stand der Räume, Erdkollektor im Winter und Nachtauskühlung im Sommer realisiert. Ein Jahres-Heizwärmebedarf von max. 15 kWh/m2a wird eingehalten und der Jahres-Primärenergiebedarf von max. 40 kWh/m2a unterschritten.