Prälat-Diehl-Schule Gross-Gerau

Fertigstellung: 2015
Bauherr: Landkreis Groß-Gerau
Arbeitsfelder in diesem Projekt:
Gebäudeplanung, Bauleitung

Auf dem ehemaligen Grundstück der FAGRO, in zentraler Lage von Groß-Gerau, sollte gegenüber dem Bahnhof der Neubau der PDS errichtet werden. Das Grundstück, ein Eckgrundstück war nahezu zu 100% überbaut und Teile der Gebäude standen unter Denkmalschutz. Das Gebäude in der August-Bebel-Str. 16 sollte erhalten bleiben, während die historischen Abmessungen sowie die Fassadenstruktur der großen Werkhalle in der Sudetenstraße und des Gebäudes in der August-Bebel-Str. 18 mit dem Neubau aufgenommen werden sollten. Die Schule umfasst ca. 550 Schüler und Schülerinnen der Jahrgänge 10 bis 12. Im Raumprogramm sollten neben den allgemeinen Unterrichtsräumen und Fachräumen, Möglichkeiten geschaffen werden, die schulischen Arbeiten nach außen zu präsentieren. Als Gebäudestruktur wurde ein Mäander gewählt. So konnten die Fassaden zu den jeweiligen Straßen, August-Bebel-Str. und Sudetenstraße, in Höhe und Abmessung variieren, um auf die Vorgaben der Denkmalpflege zu reagieren. Städtebaulich entstanden so ein halböffentlicher Platz mit schaufensterartigen Verglasungen vor den Kunsträumen und ein introvertierterer Bereich als Atrium für musikalische Veranstaltungen und Schulhof. Das Herz der Schule ist die mehrgeschossige Pausenhalle mit Treppenanlage als zentraler Anlaufpunkt und Verteiler im Gebäude. Hier werden besondere Lernlandschaften in Form von unterschiedlichen Sitznischen und Lernzonen für informelle Kurzgespräche angeboten, die neben den konventionellen Klassenzimmern als erweiterte Lernorte und Aufenthaltsbereiche den Schüler und Lehrern zur Verfügung stehen. Von hier werden alle wesentlichen Bereiche der Schule erschlossen. Im Erdgeschoss befinden sich die öffentlichen Bereiche mit Eingangsbereich / Pausenhalle, variabler Aula, Kiosk und die Fachräume Kunst und Musik. Im 1.Obergeschoss befindet sich die Verwaltung mit dem zentralen Lehrerzimmer, die Mediothek räumlich Geschlossen, aber mit interessanten Sichtbezügen zur Pausenhalle. Sonst befinden sich hier weitere Fachräume für Informatik und die sprachlichen Räume, in denen 2 Klassenräume über mobile Trennwände zu einem großen Raum zusammengeschlossen werden können. Im 2.OG sind die naturwissenschaftlichen Räume mit Hörsaal und die Fachräume Mathematik untergebracht. Im 3.OG befinden sich neben den allgemeinen Unterrichtsräumen auch Vorbereitungsräume für Lehrer und die Lehrmittelausgabe. Das Gebäude wurde in Passivbauweise erstellt. Als Ergänzung zu den solaren Gewinnen ist im Staffelgeschoss ein Gasblockheizkraftwerk untergebracht und die Lüftungszentrale. Als sommerlichen Wärmeschutz befinden sich in der Fassade Nachtauskühlungsfenster (geschlitzte Fassadenplatten), die neben dem Tragwerk Pfeiler und Trennwandanschlüsse (geschlossene Fassadenplatten) das abwechslungsreiche Bild der Fassaden bilden. Von dem denkmalgeschützten Gebäude in der August-Bebel-Str.16 wurden 2 Fassaden historisch wiederhergestellt. Hinter den historischen Fassaden wurde das Gebäude komplett als Neubau errichtet, um die gestellten bautechnischen Anforderungen erfüllen zu können. Die rückseitigen Fassaden wurden dabei modern interpretiert und schlagen in gestalterischer Hinsicht die Brücke zum Schulneubau.